Mit einem italienschen Paar teilen wir uns am nächsten Vormittag das Boot zurück nach Manado, steigen um in ein Taxi und fahren wieder zum Flughafen. Wir haben uns noch kurzentschlossen einen Flug nach Gorontalo gebucht. Man hat hier die Wahl zwischen 35 Min fliegen oder 10-12 Stunden fahren. Der Preis ist in etwa der gleiche! So ziehen wir den Flug vor, der sehr kurzweilig und auch angenehm war.

Von Gorontalo aus fahren wir mit einem Taxi am nächsten Tag nach Marisa, von wo aus es wieder einen Tag später mit der Fähre nach Dolong geht. Die Togians sind touristisch wenig besucht, weil es nunmal Tage dauert, um dorthin zu kommen. Vom Norden her ist es auch ein relativ weiter Weg über das Meer, bis man mal da ist. Man kann entweder die Nachtfähre von Gorontalo nehmen, das dauert um die 13 Stunden oder man fährt weiter nach Marisa und fährt über Tag, wie wir dachten 4 Stunden, tatsächlich hat es aber 7 Stunden gedauert und ging dazu auch noch über 2 Stunden später los, als offiziell angekündigt. So verbringen wir einen langen Tag auf See:

überqueren dabei den Äquator und landen so gegen 17 Uhr in Dolong:

 

Hier gibt es laut Reiseführer keine Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen, und wenn da doch mal einer strandet, wird er von Einheimischen mit nach Hause genommen. Wir haben für heute Nacht eine Reservierung im Sandy Bay Resort auf Malenge und brauchen jetzt „nur noch“ ein Boot, dass uns dahin bringt. Einheimische, mit denen Christian auf der Fähre seine Bahasa-Kenntnisse trainiert hat, suchen uns einen Bootsführer. So sitzen wir zum Glück recht schnell im nächsten Boot:

Wie das immer so ist, dauert es ein bisschen, bis es mal losgeht und das liegt nicht an uns, wir sitzen im doch recht unbequemen Boot und fragen uns, wo der Typ jetzt hin ist, der uns fahren wollte. Irgendwann taucht er dann doch wieder auf und es geht langsam, langsam los. Bis Malenge soll es so 2 Stunden dauern, sagt er, aber zum Glück geht es doch schneller. Es ist mittlerweile stockdunkel, hat immer mal wieder geregnet, an meinem Fuß hat sich unterwegs eine daumengroße Kakerlake verhangen (fragt nicht) und einen riesen Hunger haben wir auch! Da die Bucht, an deren Ufer wir landen nur spärlich beleuchtet ist, sehen wir lediglich, dass das Wasser, in das wir hüpfen sehr klar sein muss und es dort recht hellen, weichen Sand gibt. Wir ziehen in diese Hütte:

 

und bekommen noch ein Abendessen: Fisch mit Reis und Spiegelei und dazu lauwarmes Bier. Na immerhin.

Das Aufwachen am nächsten Morgen war sehr spannend, da wir erst jetzt sehen, wo wir gelandet sind. Eins ist gleich klar: die Strapazen der letzten Tage haben sich mehr als gelohnt:

Schöner könnte es gar nicht sein!
Wir haben 6 Nächte gebucht und verbringen somit 5 volle Tage hier. Wir genießen jeden einzelnen davon in vollen Zügen! Obwohl es fast jeden Tag irgendwann mal regnet, sind wir so oft es geht im Wasser beim Schnorcheln oder einfach beim Baden. In der Bucht gibt es Rochen, zig Fische, einmal sehen wir auch einen großen Napoleon Fisch und am Rand schwimmt immer ein Schwarzspitzen-Riffhai. Mit einem anderen Paar machen wir einen Ausflug zu einem Riff zum Schnorcheln und im hauseigenen Spa, das aus einem Pavillon besteht, das auf dem Arm der Bucht steht, lassen wir uns massieren. Von dort kann man auch wunderbar den Sonnenuntergang genießen:

 

Die Angestellten des Resorts hier wissen nicht so genau, was sie mit unserer Nachfrage nach Tauchen sagen sollen und so genießen wir den Strand und verschieben das Tauchen auf später…..

Die nächste Insel, die wir auf dem Plan haben, ist Bolilanga. Die Hinfahrt vom Sandy Bay Resort dauert ungefähr 1 Stunde. Das Bolilanga Resort habe ich im Internet entdeckt und war sofort begeistert davon. Auf Bunaken haben wir auch schon eine Familie getroffen, die sehr davon geschwärmt hat. Somit ist unsere Erwartung doch recht hoch! Und wir werden nicht enttäuscht. Das Resort ist ganz klar hochwertiger als das Sandy Bay. Es ist nur sehr, sehr ruhig, denn wir sind die einzigen Gäste hier. Die offizielle High Season ist mit Beginn des Septembers vorbei. Da wir somit eine große Auswahl an Bungalows haben, entscheiden wir uns für ein Stelzenhaus im Meer.

Jetzt können wir vom Balkon aus Fische beobachten und wir entdecken, dass hier unter unserem Haus eine kleine Moräne wohnt.

Von einem Steg aus kann man ins Wasser springen und schnorcheln:

 

 

Auch die Unterwasserwelt hier ist sehenswert, es gibt riesige Seesterne, viele recht große Fische und richtig Angst macht uns ein über 1 Meter langer Barrakuda, an dem wir uns nicht vorbei trauen und daher lieber umdrehen.
Auch das Essen ist sehr gut, es gibt sogar mal Hühnchen, nicht immer nur Fisch und insgesamt ist es abwechslungsreicher als im Sandy Bay Resort und das Bier mal richtig kalt!!! Es gibt auf den Inseln immer nur von abends 5 Uhr bis ca 11 Uhr Strom, daher ist das mit der Kühlung nicht ganz so einfach. Der einzige Nachteil von Bolilanga sind die vielen, vielen Mücken!!!  Es ist unmöglich in der Zeit zwischen duschen, abtrocknen, anziehen und Mückenschutz auftragen NICHT gestochen zu werden, gleiches gilt in der Zeit, in der man aus dem Meer kommt, sich abtrocknet und wieder Mückenschutz aufträgt…..das nervt uns ziemlich!!!
Von hier aus machen wir einen Ausflug zum Jellyfish Lake, dem Quallensee. Das ist ein Salzsee, in dem Quallen leben, die nicht giftig sind bzw überhaupt keine Nesseln mehr haben. Je weiter man in den See hinein schwimmt, desto mehr Quallen schwimmen um einen herum:

 

Da uns die Mücken hier auf Bolilanga zu sehr plagen und es so zu zweit auch ein bisschen einsam wird nach ein paar Tagen als einzige Gäste, beschließen wir, dass es Zeit für eine 3. Insel ist.

Wir fahren weiter nach Kadidiri und mieten uns dort im Black Marlin Dive Center ein:

Dummerweise hab ich mich durch den tropischen Regen, der gar nicht sooo warm ist, wenn es vorher noch 10 Grad wärmer war, erkältet, so dass ich ersteinmal nicht tauchen kann. Aber immerhin friert es mich mittlerweile nicht mehr beim Schnorcheln, das war auf Bolilanga so. Ein schlechtes Zeichen bei 30 Grad Wassertemperatur. So erkunden wir in Kadidiri erst das Hausriff und fahren am nächsten Tag raus zum „Choral Garden“. Diesmal geht Christian tauchen, ich schnorcheln. Wie immer super schön und meine Nase läuft endlich auch nicht mehr ständig. So wollen wir am Tag darauf gemeinsam tauchen. Diesmal hatte ich mal wieder Glück im Unglück, auf dem Weg ins Tauchboot rutscht mir so ein 2 kg Bleiteil aus dem Gürtel und landet auf meinem Fuß. Gebrochen ist nichts, aber es wird sofort blau und dick und tut natürlich weh. Ich lass mir Eis geben und schicke Christian weiter zum Tauchen. Somit verbringe ich die nächsten 2 Tage in der Hängematte. Das ist ganz praktisch, da liegt der Fuß ja automatisch hoch.

Und bei der Aussicht und mit einem guten Buch, kann man das schon aushalten.
Und dann ist es auch schon wieder soweit, wir verlassen die Togians Richtung Süden.
Das ist insofern einfacher, weil es von Wakai aus ein Speedboot nach Ampana gibt, das täglich fährt und nicht mal 2 Stunden braucht.

In Ampana bleiben wir eine Nacht und bekommen ein „interessantes“ indonesisches Frühstück. Die Einheimischen haben nämlich schon vor uns gefrühstückt und so müssen wir mit den Resten Vorlieb nehmen: Reis mit Fischköpfen. Da das jetzt nicht so unser Geschmack ist und die hier im Restaurant leider kein Englisch sprechen und auch kein Interesse an unserem Indonesisch haben, belassen wir es mit Reis und schauen, dass wir weiter kommen. Heute geht es nämlich mit dem Auto nach Luwuk und von da aus mit dem Flugzeug wieder zurück nach Manado. Von der Strecke haben wir schon einiges gehört, da fast jeder, der über Ampana auf die Togians kommt vorher in Luwuk gelandet ist, oder eben wie wir, umgekehrt, also über Ampana und Luwuk die Gegend verläßt. Die Strecke ist recht bergig und eigentlich gut ausgebaut. Das Problem ist, dass hier immer mal wieder kleine Gerölllawinen die Straße verschüttet haben und anstatt, dass da einer den Geröll wegräumt, wird der kurzerhand platt gefahren. So wechseln sich tolle Straßen und Geröllwege ab. Da es Sonntag ist, kommen wir sehr schnell durch und sind schon nach 5 Stunden da. Da wir einen zeitlichen Puffer eingeplant haben und die Fahrt im Durchschnitt eher 6 Stunden dauert, sind wir viel zu früh am Flughafen.
Der Flughafen ist klein und hat Innen nur Platz für die Passagiere von höchstens 2 Fliegern. Daher gibt es draußen einen Wartebereich, kleine Shops und kleine Warungs. Da wir nach dem mickrigen Frühstück Hunger haben, essen wir erst mal ausgiebig und machen es uns dann auf einer Bank bequem. Nach so 2 Stunden dürfen wir endlich den Flughafen betreten. Keine Ahnung wie lange es den schon gibt, aussehen tut das alles sehr provisorisch:

Irgendwann kam dann die Propellermaschine von WingsAir angeflogen und wir durften aufs Rollfeld laufen und einsteigen:

Kaum waren alle Passagiere eingestiegen, wurde keine Zeit mehr verschwendet. Türen zu, kurze Sicherheitseinweisung und los! In den kleinen Maschinen merkt man die Kraft viel mehr und so ist das Starten noch lustiger als sonst!

Nach einem kurzweiligen, ruhigen Flug landen wir wieder in Manado. Dort erwarten wir das normale Prozedere, also viele Taxifahrer, die sich darum schlagen, wer uns ins Hotel fahren darf. Da es morgen nach Singapur weiter geht, haben wir uns eine Unterkunft in Flughafennähe gebucht. Weit müssen wir also nicht. Wir verlassen den Flughafen und……..nichts. Kein Mensch spricht uns an. Das haben wir ja noch nie erlebt. Als wir recht planlos um uns schauen, spricht uns ein Einheimischer an und fragt, ob er helfen kann und dann kommt doch noch ein Taxifahrer, der kein Englisch spricht. Da der aber einen Phantasiepreis für die 6 km verlangt, und auch nicht mit sich handeln lässt, schauen wir mal weiter. Wir finden sowas wie eine „Taxi-Schlange“ und merken aber, da kommt so im 10 Minuten Takt ein Taxi….wenn überhaupt. Einheimische, die weit vor uns dran sind, fragen uns dann tatsächlich, wo wir hinwollen. Da sie da eh vorbeifahren, nehmen sie uns mit. Puh Glück gehabt. Sie erzählen uns im Auto, dass heute Erntedankfest ist und daher fast keiner arbeitet, daher der Engpass, was Taxis angeht. Die Fahrt ist nach wenigen Minuten vorbei und wir steigen vor unserem Hotel aus. Da wir seit morgens um 9 Uhr unterwegs sind und es jetzt schon nach 19 Uhr ist, sind wir fix und fertig.

Wir beziehen unsere Unterkunft für 1 Nacht und suchen uns noch schnell ein Abendessen. Am nächsten Tag können wir soweit ausschlafen, unser Flug nach Singapur startet erst um 14:30 Uhr. Wir besuchen vormittags einen Supermarkt, decken uns mit 2 kg Kaffee und noch ein paar Sachen ein und schon geht es wieder zum Flughafen.