Kanyakumari ist die Stadt am südlichsten Punkt Indiens. Hier treffen das arabische Meer, der indische Ozean und der Golf von Bengalen aufeinander. Auf einen kleinen Felsen, ca. 300m vor dem Festland, hat Swami Vivekananda im September 1892 einige Tage meditiert und beschlossen, seine Auffassung von Spiritualität in die Welt hinauszutragen. Siehe unser Reisebericht vom 31.12.2013.

Auch aus einem anderen Grund ist Kanyakumari eine sehr heilige Stadt. Hier steht der Kumari-Amman-Tempel: Die jungfäuliche (=kanya) Göttin Kumari besiegte hier ganz alleine die Dämonen und rettete so die Freiheit der Welt. Unser Besuch des Tempels sah so aus: Nach dem Spießrutenlauf durch Bettler und verkaufstüchtige Händler muss man die Schuhe ausziehen und sich einreihen, um durch einen Scanner wie am Flughafen zu gehen. Männer müssen jetzt ihre Hemden ausziehen, da man den Tempel als Mann nur mit freiem Oberkörper betreten darf. Barfuß und ohne Hemd (Christian) sind wir einfach den Gläubigen hinterher gelaufen. Es ging durch Gänge mit niedrigen Decken und schwarzen Wänden und Säulen mit sakralen Verzierungen. Im Inneren stand ein Priester, an dem man vorbeigeht, ihm Geld auf ein Tablette legt, wofür der Priester einem rotes Pulver in die Hand legt, mit dem man sich selbst einen Punkt auf die Stirn machen kann. Wir haben einfach mal alles den Einheimischen nachgemacht und kamen so mit 20 Rps weniger und dafür einem roten Punkt auf der Stirn wieder aus dem Tempel heraus. Das ging recht schnell. Fotografieren ist verboten, daher gibt es leider keine Fotos. Um dem ganzen Tempel herum ist ein großer Basar, auf dem es eigentlich alles gibt, von Kleidung, über Spielzeug, Gewürzen und und und…. Hier ist richtig viel los und wir lassen uns einfach treiben.
Eher zufällig landen wir da, wo wir eh hin wollten: in der Ausstellung des wandernden Mönchs Swami Vivekananda. Dort ist auf vielen Schautafeln beschrieben, wie Swami Vivekananda von Nord nach Südindien gelaufen ist und man erfährt auch ein paar Anekdoten über diese Reise und sein Leben.

Auf dem Felsen  vor dem Festland steht heute das Vivekananda Memorial. Dort fahren wir am nächsten Tag mit dem Boot hin. Auf dem Boot beginnt dann die Fotosession, die den ganzen Tag nicht wirklich endet. Ständig wird Christian von Einheimischen angesprochen und gefragt, ob er sich mit demjenigen zusammen fotografieren lässt. Da dort niemand alleine unterwegs ist, dauert das dann immer ein bißchen, bis alle Fotos geschossen sind:

Zurück auf dem Festland, schauen wir auch im Gandhi Memorial vorbei. Ein Teil von Gandhis Asche wurde hier ins Meer verstreut. Im Eingangsbereich geht die Fotosession wieder weiter und kaum ist das letzte Foto gemacht, steht ein, wie er sich selbst nennt, Watchman da und erklärt uns einiges über dieses Gebäude und Mahatma Gandhi, und zwar in einem rasanten Tempo. Höchst amüsiert, hören wir einfach mal zu und geben ihm auf Aufforderung auch unsere Kamera. Der Watchman macht das nicht zum ersten mal, er gibt uns genaue Anweisungen, wie wir uns hinstellen, wo wir unser Hände hinlegen und wohin wir schauen sollen und zieht dann auch noch unsere T-Shirts zurecht, bevor er im gleichen Tempo, indem er spricht, Fotos von uns macht:

Super lustig, das ist jede Rupie, die wir ihm danach geben auch wert.

Abends gehts wieder zum Bahnhof. Kanyakumari hat einen Kopfbahnhof und wir haben Tickets für die fast besten Abteile, die immer ganz vorne des Zuges sind und indische Züge sind ein bißchen länger als wir das gewohnt sind. Daher laufen wir mind. 5 Minuten am Zug entlang bis zu unserem Abteil. Unser nächstes Ziel ist Madurai.

Fotos gibts es hier.

 

2 thoughts on “Die südlichste Spitze Indiens: Kanyakumari

  1. Hallo ihr zwei!
    Schön von euch zu hören – besonders, weil die Reise anscheinend bisher sehr gut verläuft!
    Ich hab schon ganz sehnlich auf ein Lebenszeichen von euch gewartet. Danke für die interessanten Reiseimpressionen und die wunderschönen Bilder – auch wenn es leider kein Oben-Ohne-Foto von Christian gibt ;).
    Ich wünsche Euch weiterhin eine tolle, interessante und erholsame Reise durch eure zweite Heimat und freue mich, wenn ihr wieder gesund und munter zurückkommt.
    Liebe Grüße
    Angi

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